Azubis halten: So gelingt der Start in den ersten 100 Tagen
Ein guter Start macht einen Unterschied
Die ersten Wochen im neuen Betrieb können ganz schön viel sein: neue Leute, neue Aufgaben und jede Menge Dinge, die man erst einmal verstehen muss. Ein guter Einstieg hilft Azubis dabei, sich zurechtzufinden – und dem Betrieb, sie langfristig zu halten. 2025 wurden laut Zentralverband des Deutschen Handwerks rund 55.000 Ausbildungsverträge vorzeitig beendet. Etwa jeder dritte davon bereits innerhalb der ersten vier Monate. Das heißt nicht automatisch, dass die Ausbildung ganz abgebrochen wurde: Manche wechseln den Betrieb oder den Beruf. Trotzdem lohnt es sich, früh nachzufragen, wie es läuft - auch für Betriebe in 29633 Munster. Ende September ist dafür ein guter Zeitpunkt.
Erst mal ankommen – und alles Nötige dabeihaben
Ein herzliches Willkommen ist schön. Noch besser ist es, wenn am ersten Tag auch Arbeitskleidung, Material und ein klarer Tagesplan bereitliegen. Sonst geht schnell Zeit verloren, und der Azubi muss sich erst zusammensuchen, was eigentlich schon da sein sollte. Sinnvoll ist außerdem eine feste Ansprechperson, an die man sich mit Fragen wenden kann. Das kann ein erfahrener Mitarbeiter oder ein Azubi aus einem höheren Lehrjahr sein. So wird der Einstieg persönlicher, und niemand muss rätseln, wen man bei einer kleinen Frage überhaupt ansprechen darf. Falls die Einarbeitung schon läuft, können Betriebe jetzt prüfen, ob noch etwas fehlt.
Aufgaben, Regeln und erreichbare Ziele
Neue Azubis sollen gefordert werden, aber nicht gleich alles auf einmal können müssen. Ein einfacher Aufgabenplan hilft: Erst kommen überschaubare Tätigkeiten, später Schritt für Schritt anspruchsvollere. So sehen Azubis, was sie schon gelernt haben und was als Nächstes ansteht. Klare Regeln geben ebenfalls Sicherheit – etwa dazu, wie Krankmeldungen oder Urlaubsanträge laufen. Wichtig ist, diese Dinge verständlich zu erklären und im Alltag vorzuleben. Regelmäßige Gespräche helfen zusätzlich. Dabei können Betrieb und Azubi besprechen, wie die ersten Wochen gelaufen sind und welche Ziele für die nächste Zeit passen. Das muss kein großes offizielles Gespräch sein. Hauptsache, beide kommen zu Wort.
Kleine Gespräche, starke Bindung
Wer mehrere Azubis beschäftigt, kann neue Lehrlinge mit einem „Buddy“ aus einem höheren Ausbildungsjahr zusammenbringen. Die erfahrenere Person kennt den Betrieb und kann bei Fragen zur Berufsschule oder zum Alltag helfen. Gibt es keinen passenden Azubi, übernimmt ein Mitarbeiter diese Rolle. Eine Infomappe mit wichtigen Kontakten, Notfallnummern und kurzen Hinweisen zu Krankmeldungen oder Urlaub ist ebenfalls praktisch. Betriebe können außerdem festhalten, was beim diesjährigen Ausbildungsstart gut lief und was sie beim nächsten Mal verbessern möchten. Am Ende geht es um etwas Einfaches: Azubis sollen wissen, woran sie sind, Fragen stellen können und merken, dass sie dazulernen. Dann wird aus dem Start eher ein guter Anfang.
Quelle: Deutsche Handwerks Zeitung, „Die ersten 100 Tage: Wie Betriebe Azubis jetzt halten“, veröffentlicht am 29. September 2026. (deutsche-handwerks-zeitung.de)
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Redaktionell bearbeitet und überprüft von Marco Pracht.