Bäckerhandwerk unter Druck: Sonntagsverbot und Bürokratie
Sonntagsarbeit gehört im Bäckerhandwerk einfach dazu
Im Bäckerhandwerk beginnt der Arbeitstag, wenn andere noch schlafen. Gerade am Sonntag ist das Backen fester Bestandteil des Berufs. Brötchen, Brot und Kuchen sollen morgens frisch in den Regalen liegen. Genau hier beginnt aber das Problem: Das Sonntagsarbeitsverbot passt kaum zu einem Handwerk, das seit jeher am Wochenende arbeitet. Für viele Betriebe bedeutet das einen ständigen Spagat zwischen gesetzlichen Vorgaben und dem echten Alltag in der Backstube. Kunden erwarten frische Ware, Mitarbeitende stehen bereit, doch die Regeln machen es komplizierter als nötig. Was früher selbstverständlich war, wird heute zur organisatorischen Herausforderung – und sorgt für immer mehr Kopfschütteln in den Betrieben.
Bonpflicht sorgt für unnötigen Aufwand an der Theke
Auch die Bonpflicht sorgt im Bäckerhandwerk für reichlich Diskussionen. In der Theorie klingt sie nach Kontrolle und Ordnung. In der Praxis bedeutet sie vor allem: mehr Papier, mehr Technik und mehr Arbeit. Bei jedem Brötchen, jedem Kaffee und jedem Stück Kuchen wird ein Beleg gedruckt, der oft direkt im Mülleimer landet. Gerade in Stoßzeiten bremst das den Verkauf spürbar aus. Kassiererinnen und Kassierer müssen Bons ausgeben, obwohl viele Kunden gar keinen möchten. Für die Betriebe entstehen zusätzliche Kosten für Papier, Wartung und Technik. Der eigentliche Verkauf rückt dabei immer weiter in den Hintergrund.
Immer mehr Bürokratie in der Backstube
Neben Backöfen, Teigmaschinen und Verkaufstresen gehört inzwischen auch ein Schreibtisch zur Grundausstattung vieler Bäckereien. Arbeitszeiten müssen dokumentiert werden, Vorschriften eingehalten, Unterlagen abgelegt und Kontrollen vorbereitet. Das alles kostet Zeit – Zeit, die eigentlich fürs Backen gebraucht wird. Für viele Inhaber bedeutet das: Der Tag endet nicht nach der letzten Verkaufsschicht, sondern mit Formularen und Ordnern. Das Handwerk wird dadurch immer komplizierter. Wer einen Betrieb führt, braucht längst nicht mehr nur handwerkliches Können, sondern auch Organisationstalent und einen langen Atem für immer neue Regeln.
Bäcker brauchen endlich praxisnahe Lösungen
Im Bäckerhandwerk wächst der Wunsch nach mehr Augenmaß. Niemand stellt faire Regeln infrage. Aber sie müssen zur Realität passen. Ein Handwerk, das seit Generationen frühmorgens und am Wochenende arbeitet, braucht andere Rahmenbedingungen als ein Bürojob. Vorschriften sollten den Alltag erleichtern und nicht ausbremsen. Viele Betriebe wünschen sich mehr Vertrauen, weniger Bürokratie und Lösungen, die den Betrieb am Laufen halten. Denn ohne funktionierende Bäckereien gäbe es morgens keine frischen Brötchen – und genau das würde am Ende jeder merken.
Wir würden uns einen "echten" Bäcker mit Backstube und Allem was eben so dazugehört in 29633 Munster sehr wünschen.
Quelle: Deutsche Handwerks Zeitung – Sonntagsverbot, Bonpflicht, Stillstand: Handwerk verliert Geduld, https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/sonntagsverbot-bonpflicht-stillstand-handwerk-verliert-geduld-373267/
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