Sonnenfinsternis am 12. August 2026: Augen richtig schützen
Einleitung
Am Mittwoch, 12. August 2026, wird es auch in 29633 Munster spannend am Himmel. Ab etwa 19.15 Uhr ist eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Der Mond schiebt sich dabei vor die Sonne und verdeckt einen Teil der Sonnenscheibe. Besonders im Südwesten Deutschlands bestehen bei gutem Wetter gute Chancen auf eine beeindruckende Sicht. So schön das Ereignis auch ist: Beim Blick zur Sonne ist Vorsicht angesagt. Eine partielle Sonnenfinsternis ist keineswegs harmlos für die Augen. Auch wenn ein großer Teil der Sonne verdeckt ist, bleibt die sichtbare Sonnensichel extrem hell. Wer ohne geeigneten Schutz direkt hineinschaut, riskiert dauerhafte Schäden an der Netzhaut.
Eine normale Sonnenbrille reicht nicht aus
Bei einer Sonnenfinsternis sollte nicht einfach zur normalen Sonnenbrille gegriffen werden. Selbst hochwertige und sehr dunkle Modelle bieten keinen ausreichenden Schutz für den direkten Blick in die Sonne. Das gilt auch für stark getönte Sonnenbrillen. Die verbleibende Sonnenstrahlung kann die Netzhaut erheblich schädigen, ohne dass die betroffene Person sofort etwas davon bemerkt. Das macht die Sache besonders tückisch, denn die Netzhaut besitzt keine Schmerzrezeptoren. Beschwerden können deshalb erst später auftreten. Auch vermeintlich clevere Alternativen wie CDs, Röntgenbilder, berußtes Glas, Rettungsdecken oder gewöhnliche Schweißerbrillen gehören nicht vor die Augen. Beim Augenschutz ist Improvisation tatsächlich eine ziemlich schlechte Idee.
Diese Anforderungen muss eine Sonnenfinsternisbrille erfüllen
Für die sichere Beobachtung ist eine speziell dafür geeignete Sonnenfinsternisbrille notwendig. Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen empfiehlt Modelle mit CE-Kennzeichnung und der Norm DIN EN ISO 12312-2:2015. Entscheidend ist dabei vor allem die Filterwirkung. Die spezielle Schutzfolie darf höchstens 0,001 Prozent des Sonnenlichts durchlassen. Wer noch eine ältere Sonnenfinsternisbrille zu Hause hat, sollte diese vor der Verwendung genau ansehen. Kratzer, Risse, Löcher, starke Knicke oder Ablösungen zwischen Filterfolie und Fassung sind klare Gründe, die Brille nicht mehr zu verwenden. Bei Unsicherheit kann ein Augenoptiker prüfen, ob der vorhandene Schutz noch geeignet ist.
Auch Kameras und Ferngläser brauchen besonderen Schutz
Besondere Vorsicht ist bei Ferngläsern, Teleskopen und Kameras erforderlich. Solche Geräte bündeln das Sonnenlicht und können die Augen dadurch noch schneller schädigen. Eine Sonnenfinsternisbrille vor den Augen reicht deshalb nicht aus, wenn gleichzeitig durch ein optisches Gerät geschaut wird. Dafür sind geeignete Sonnenfilter oder Schutzfolien notwendig, die fachgerecht vor dem Objektiv angebracht werden. Wer keine passende Schutzbrille mehr bekommt, muss trotzdem nicht auf das Ereignis verzichten. Eine einfache Lochkamera ermöglicht eine indirekte und sichere Beobachtung. Auch Sternwarten bieten eine gute Möglichkeit, die Sonnenfinsternis unter fachkundiger Anleitung zu erleben. So bleibt am Ende vor allem eines übrig: ein besonderes Naturschauspiel und hoffentlich gesunde Augen.
Quelle: Deutsche Handwerks Zeitung – „Sonnenfinsternis am 12. August: Tipps für den richtigen Augenschutz“ Deutsche Handwerks Zeitung – Originalartikel
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Redaktionell bearbeitet und überprüft von Marco Pracht.